Merlijn - 17 / Oct / 2026
Die neue EU-Greenwashing-Verordnung ist in Kraft getreten — was bedeutet das für dich?
Seit dem 27. September gelten neue europäische Regeln für Nachhaltigkeitsaussagen. Das bedeutet: keine vagen Versprechen mehr, keine selbst erfundenen Zertifizierungen und kein Greenwashing ohne Konsequenzen. Als Verbraucher wird es einfacher, wirklich nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Neugierig, was sich genau ändert und was du bei Grace is Green davon merken wirst? Dann lies einfach weiter.

Am 27. September trat die neue EU-Greenwashing-Richtlinie in Kraft. Ihr vollständiger Name lautet „Empowering Consumers for the Green Transition”, kurz „EmpCo”. Auf den ersten Blick erscheint das vielleicht nicht besonders. Schließlich gab es bereits viele Versuche, Greenwashing zu bekämpfen. Dennoch wird diese aktualisierte Gesetzgebung deine Kundenerfahrung verändern. Im Supermarkt, in der Drogerie und auch bei Grace is Green.
91 % der Verbraucher glauben, dass Marken Greenwashing betreiben. Etwa 40 % der Nachhaltigkeitsaussagen haben keinerlei unterstützende Belege. Die aktualisierte EU-Gesetzgebung soll hier für Klarheit sorgen. In diesem Blog erklären wir dir mehr über den Hintergrund dieser Richtlinie, was sie konkret bedeutet und was du davon auf dieser Website merken wirst.

Warum kommt jetzt eine aktualisierte Gesetzgebung?
Unternehmen machen viele sogenannte „Nachhaltigkeitsaussagen” oder „Green Claims”. Das sind Ausdrucksformen — ob Bilder, Zertifizierungen oder Texte — die die Umweltauswirkungen oder den Umweltscore eines Produkts oder Herstellers/Verkäufers thematisieren. Denk zum Beispiel an Werbeaussagen über einen ökologischen Fußabdruck, recycelte Materialien oder den Energieverbrauch während der Produktion.
Aufgrund der wachsenden Beliebtheit von Nachhaltigkeit haben immer mehr Unternehmen begonnen, „Greenwashing” zu betreiben. Das bedeutet, dass diese Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaussagen übertreiben oder sogar erfinden. Diese falschen Informationen tauchen leider zunehmend im Supermarkt, online und auch in Unternehmenstexten auf.
Dank Regulierungen der EU ist diese Zahl in den letzten Jahren zwar rückläufig, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Im Jahr 2024 sank die Zahl der Unternehmen, die Greenwashing betrieben, um satte 12 %. Gleichzeitig gab es in den letzten Jahren jedoch mehrere große Greenwashing-Skandale.
Und nicht nur bei großen Unternehmen: Generell ist die Grenze zwischen richtigen und falschen Nachhaltigkeitsaussagen oft dünn oder unklar. Deshalb begann die Europäische Union 2024 mit der Entwicklung dieser neuen Richtlinie.
Was beinhaltet diese Gesetzgebung?
EmpCo ist eine Änderung bestehender Gesetzgebung. Sie verlangt, dass Nachhaltigkeitsaussagen von Unternehmen belegt sein müssen und die unterstützenden Beweise klar und zugänglich sind. So wird verhindert, dass Unternehmen unbegründete Nachhaltigkeitsaussagen machen.
Neben der Zugänglichkeit muss die Information auch sichtbar sein. Wenn ein Unternehmen Nachhaltigkeit beansprucht, muss der Kunde einen sichtbaren Nachweis für diese Aussage finden können. Dieser darf also nicht irgendwo versteckt sein.
Die Untermauerung von Nachhaltigkeitsaussagen ist ebenfalls ein heikler Punkt. In den letzten Jahren haben manche Unternehmen beispielsweise eigene Zertifizierungen verwendet und damit faktisch nur ihre eigenen Anforderungen erfüllt. Mit EmpCo müssen Gütesiegel jedoch unabhängig zertifiziert sein oder von einer Behörde stammen. Beispiele dafür sind Allergy Certified, Ecocert und das EU Ecolabel.

Gibt es eine Durchsetzung hinter der Gesetzgebung?
Jedes EU-Land gibt seine eigene Auslegung zur Durchsetzung dieser Gesetzgebung. Es ist schwierig, Nachhaltigkeitsaussagen auf Grundlage von EmpCo zu widerlegen. Die Gesetzgebung ist schließlich breit gefasst und lässt Raum für Interpretationen.
Deshalb muss von Fall zu Fall beurteilt werden, was als Irreführung gilt. Es hängt nämlich auch vom Kontext ab, in dem die Wörter verwendet werden. Denk an das Wort „natürlich”: Etwas kann eine selbstverständliche, natürliche Wahl sein, während das Produkt selbst nicht zu 100 % natürlich ist.
In den Niederlanden, wo Grace is Green ansässig ist, entscheidet letztlich die Autoriteit Consument en Markt (ACM) darüber, ob ein Unternehmen gegen die neue Gesetzgebung verstößt. Dies kann theoretisch zu einer Geldstrafe führen, dient aber eher als Druckmittel, um Unternehmen zur Einhaltung der neuen Gesetzgebung zu bewegen.
Was bedeutet das für Grace is Green?
Die neue Richtlinie ist positiv für nachhaltige Unternehmen. Sie sorgt dafür, dass die Nachhaltigkeitsaussagen, die Unternehmen machen, tatsächlich belegt sein müssen. Sowohl Kunden als auch nachhaltige Unternehmen profitieren von der sinkenden Menge an Greenwashing anderer Unternehmen.
Gleichzeitig erfordert es auch Aufwand, Aussagen zu überprüfen. Grace is Green arbeitet eng mit den angebotenen Marken zusammen, um sicherzustellen, dass die hier gefundenen Produkte tatsächlich zu einer besseren Welt beitragen. Dennoch erfordert die neue Gesetzgebung oft mehr Erklärungen, als derzeit auf der Website zu finden sind. So muss eine Aussage wie „Sicherheit” näher erläutert werden, zum Beispiel als „von Experten auf dem Gebiet X untersucht und als vertrauenswürdig eingestuft”.
Das kostet etwas Mühe, aber die Mühe lohnt sich: Kundenvertrauen und ehrliches Marketing mit dem Ziel, dass mehr Kunden sich für die wirklich nachhaltige Option entscheiden.

Was wirst du davon merken?
In der kommenden Zeit werden Nachhaltigkeitsaussagen auf Websites, in Werbung, auf Verpackungen und an anderen Stellen klarer und transparenter. Auch bei Grace is Green werden wir die notwendigen Anpassungen vornehmen. Letztendlich wird es für alle klarer: Dank der Nachweispflicht und der Informationspflicht kannst du als Kunde Marken besser an ihren Aussagen messen. So kannst du in Zukunft leichter eine fundierte Entscheidung treffen.
Quellen: ChangeINC (Maaike Kooijman), Europäische Kommission, Autoriteit Consument en Markt, Handelskammer
Weiterführende Links:
https://environment.ec.europa.eu/topics/circular-economy-topics/green-claims_en
https://commission.europa.eu/topics/consumers/consumer-rights-and-complaints/sustainable-consumption_en









