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Die Reise deiner Shampooflasche: von der Tonne bis zum Recycling

What actually happens after you throw your empty shampoo bottle into the plastic recycling bin? Much more than you might think! In this blog, we follow your packaging on its complete journey: from the collection bin to a brand-new product. We also take a look into the future. What are the sustainable alternatives to plastic? And how are Niyok, Derma, and Moomin Baby making their packaging greener? And finally: What can you do to really make a difference?

Die Reise deiner Shampooflasche: von der Tonne bis zum Recycling

Was passiert mit deiner Shampooflasche, nachdem du sie weggeworfen hast?

Du drückst den letzten Tropfen heraus, schraubst den Deckel wieder auf und wirfst die Plastikflasche in die gelbe Tonne. Fertig. Na ja, fertig? Denn was danach passiert, ist deutlich interessanter, als die meisten Menschen denken. Und es hängt zudem maßgeblich davon ab, was genau du wegwirfst.

Während wir in früheren Blogs viel Aufmerksamkeit auf die Herstellung von Produkten gerichtet haben, verfolgt dieser Blog den Lebensweg deiner Shampooflasche, nachdem du sie entsorgt hast. So zeigen wir dir, wie Recycling funktioniert, auf welche Weise du Plastik einsparen kannst und was die besten umweltbewussten Optionen in unserem Pflegesortiment sind.

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick in die Zukunft. Was sind nachhaltige Alternativen zu Plastik-Shampooflaschen? Und falls dein Favorit nun einmal in Plastik verpackt ist: Wie kannst du dann die negativen Umweltauswirkungen verringern?

Zuerst: Wie viel Plastik gibt es eigentlich?

2024 wurden weltweit noch gut 430 Milliarden Kilo neues Plastik produziert. Das entspricht ungefähr einem großen Blauwal pro Erdbewohner. Etwa 12 % davon bestehen aus PE-HD- oder PE-MD-Plastik. Diese beiden Sorten werden wegen ihrer Festigkeit und relativ niedrigen Kosten verwendet. PMD steht für Plastik, Metall und Getränkekartons. Du findest es in Leitungen, Waschmittelflaschen und wahrscheinlich auch in deiner Shampooflasche.

Für die Kunststoffherstellung wird sehr viel Erdöl benötigt. 10 % der weltweiten Ölvorräte fließen in die Produktion von Plastik. Erdöl ist ein endlicher Rohstoff: Einmal verbraucht, ist er weg. Die Gewinnung und Verarbeitung verursachen zudem CO2-Emissionen, lange bevor deine Shampooflasche überhaupt im Laden steht.

Trotzdem verwenden viele Menschen noch immer Plastik. Das liegt daran, dass Kunststoff nicht grundsätzlich ein schlechtes Material ist. Er ist leicht, robust, hygienisch und lässt sich relativ günstig transportieren. Für viele Anwendungen, etwa im medizinischen Sektor, in der Lebensmittelindustrie und im Transportwesen, gibt es zudem noch keine gute Alternative. Genau hier kommt Recycling ins Spiel. So muss „weggeworfen“ nicht gleich „verloren“ bedeuten.

Schritt 1: Sammeln

Das Sammeln geht heutzutage mit der sorgfältigen Mülltrennung einher. Das unterscheidet sich jedoch je nach Land und sogar je nach Stadt: In manchen Kommunen wird Abfall beispielsweise nicht getrennt gesammelt. Dort erfolgt die eigentliche Sortierung erst in industriellen Anlagen. In diesen Anlagen wird alles nach Material sortiert, zerkleinert und zu Granulat verarbeitet. Folien, Kunststoffe und Metalle werden so voneinander getrennt.

Das ist nicht immer ganz einfach. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen hartem und weichem Kunststoff. Bei hartem Kunststoff kannst du an Gartenstühle oder Kinderspielzeug denken. Das darf oft nicht in den Plastikmüll, sondern muss zum Wertstoffhof. Zu den weichen Kunststoffen zählen beispielsweise Lebensmittelverpackungen, Getränkekartons oder eben Shampooflaschen.

Auch für uns als Verbraucher ist die Unterscheidung der Abfallsorten nicht immer leicht. Deshalb wurde eine Checkliste entwickelt. Erfüllt es alle Anforderungen? Dann wirf es ruhig in den Plastikmüll.

✔️ Ist es eine Verpackung? ✔️ Ist sie leer? ✔️ Kommt sie aus der Küche oder dem Badezimmer?

Schritt 2: Granulat

Granulat entsteht, nachdem der Kunststoff zerkleinert wurde. Es gibt verschiedene Granulatsorten, die in der Sortieranlage voneinander getrennt wurden. Granulat ist eigentlich ein neuer Rohstoff, aber vollständig zirkulär. Du kannst daraus alles Mögliche machen: Stifte, Gießkannen, Bierkästen, Schlafsäcke und … Shampooflaschen.

Marcel Belt, Gründer von Marcel's Green Soap, formulierte es so: „Aus recyceltem Plastik kann man eigentlich fast alles machen, was auch ganz normal aus neuem Kunststoff hergestellt wird."

Hoe Marcel Belt met Marcel's Green Soap een duurzaam merk bouwde

Schritt 3: Neue Produkte

Anschließend werden Big Bags voll Granulat zu Fabriken transportiert, die dieses zu Kunststoffprodukten wie Verpackungsmaterial verarbeiten. Das Granulat sieht zunächst meist weiß oder farblos aus. Wenn man es erhitzt, verändert sich die Struktur des Kunststoffs. Während das Granulat geschmolzen und zu deinem Plastikprodukt geformt wird, wird das Material transparent oder eingefärbt.

Nachdem das Granulat zu einer heißen, gleichmäßigen Masse geschmolzen ist, wird es weiterverarbeitet. Diese Masse wird über kalte Walzen geführt, wodurch Kunststofffolien entstehen. In Folienform gelangt das Material oft in eine weitere Fabrik, wo es in eine Form gegossen oder gepresst wird, zum Beispiel zu einer neuen Shampooflasche.

Die Reise einer Shampoo-Bar

Eine Shampoo-Bar macht natürlich nicht dieselbe Reise wie eine Plastik-Shampooflasche. Nimm zum Beispiel die Niyok Solid Shampoo Bar. Diese enthält kein (Mikro-)Plastik, keine Parabene oder Silikone und ist Zero Waste. Netto beträgt der Umweltgewinn die Anzahl der eingesparten Plastikflaschen im Vergleich zu einem herkömmlichen Shampoo.

Um deine Shampoo-Bar aufzubewahren, kannst du aus mehreren umweltfreundlichen Optionen wählen. Entscheide dich zum Beispiel für den magnetischen SOAPI-Seifenhalter, den du einfach an die Wand klebst. Mit einem kleinen Metalldeckel, den du in deine Seife drückst, hängst du diese sicher und trocken auf. Eine weitere Option ist die Korkdose von Banbu – vollständig recycelbar und zu 100 % biologisch abbaubar!

Arbeiten an recycelten Verpackungen

Der Umstieg auf recyceltes Plastik oder biologisch abbaubare Verpackungen ist für kein Unternehmen ein einfacher Schritt. Viele befinden sich deshalb gerade im Wandel. Sie verwenden immer mehr biobasierte Materialien oder optimieren Techniken und Prozesse, um den Abfallkreislauf nachhaltiger zu gestalten.

Denke zum Beispiel an das dänische Unternehmen Derma. Sie streben bis 2027 eine Verringerung von 40 % bei der Verwendung nicht recycelbarer Materialien an. Derzeit experimentieren sie mit recycelbaren Tuben und Flaschen. Insgesamt ist das Ziel, die mit Verpackungen verbundenen CO2-Emissionen bis 2030 um 30 % pro Produkt zu senken.

Oder nimm Moomin Baby. Sie arbeiten bereits mit einigen biologisch abbaubaren Materialien wie Zellulose. Da es jedoch noch keine vollständig biologisch abbaubare Windel auf dem Markt gibt, ist es schwierig, diese derzeit flächendeckend anzubieten. Deshalb versuchen sie, andere Rahmenbedingungen zu optimieren, etwa bei den CO2-Emissionen und dem Transport von Materialien. Die Verpackung besteht heute bereits zu 60 % aus recyceltem Plastik, das somit erneut in den Kreislauf zurückgeführt wird.

Was kannst du tun?

Im Recyclingprozess sind letztlich nicht nur die Entsorgungsdienste, sondern vor allem wir selbst am Zug. Spüle Verpackungen kurz aus, bevor du sie wegwirfst. Wirf Deckel und Flasche zusammen weg und nutze die Checkliste, wenn du unsicher bist. Das spart dem Sortiersystem enorm viel Energie.

Versuche außerdem, möglichst Produkte mit recyceltem Plastik oder eine biologisch abbaubare Alternative zu verwenden. Oft ist recyceltes Plastik leicht verfärbt, aber das tut der Qualität oder Hygiene absolut keinen Abbruch. Du kannst es also bedenkenlos verwenden! Und wenn du den Umstieg auf eine Shampoo-Bar in Erwägung ziehst: Probiere es einfach mal aus und schau, ob es zu dir passt.

Quellen: HVC Groep | How they do it | Milieuservice Nederland | Matric BCG | Dermapharm | Moomin Baby |

Bilder: Plastikkörner | Our World in Data | Greenpeace UK | Marcel's Green Soap | Dermapharm