Merlijn - 22 / May / 2026
Echte Öko-Labels erkennen – und Greenwashing durchschauen
Es ist oft schwer zu beurteilen, welches grüne „Öko-Label" wirklich Nachhaltigkeit oder eine ethische Produktion garantiert. In diesem Blog stellen wir dir einige der wichtigsten Öko-Labels vor und zeigen, worauf du beim Kauf nachhaltiger Produkte achten solltest.
So weißt du beim nächsten Mal – ob im Onlineshop oder vor dem Regal – dass du wirklich eine grüne Wahl triffst.

Natural, eco, clean, green und pure: Was bedeuten sie?
Begriffe wie natural, eco, clean, green und pure geben sofort ein gutes Gefühl. Doch was bedeuten sie in der Praxis?
Die kurze Antwort: oft erschreckend wenig. Ganze 53 % der „grünen" Aussagen von Produkten oder Marken liefern vage, irreführende oder unbegründete Informationen. 40 % der Behauptungen haben überhaupt keine stützenden Belege. Und noch eine bemerkenswerte Zahl: Die Hälfte aller grünen Labels in der EU hat eine schwache oder gar keine Grundlage.
Wer sich verschiedene Öko-Labels genauer anschaut und nach Hintergrundinformationen sucht, fühlt sich häufig in die Irre geführt. Das nennt man „Greenwashing": Verbraucher glauben zu lassen, ein Produkt oder eine Marke sei grün – obwohl das in Wirklichkeit nicht so ist. Da viele Begriffe gesetzlich nicht geschützt sind, bleibt viel Raum für Marketing statt echter Nachhaltigkeit.
Die EU geht gegen Greenwashing vor
Deshalb gibt es offizielle Gütesiegel, die uns helfen, gute und ehrliche Entscheidungen zu treffen. 2023 startete die Europäische Kommission ihren Kampf gegen „Greenwashing" – unter anderem durch die Förderung des eigenen EU Ecolabels. Außerdem arbeitet die EU an strengeren Anforderungen, damit Behauptungen besser belegt werden müssen.
Dennoch ist es nicht verwunderlich, wenn man gelegentlich den Überblick verliert: In der EU gibt es rund 230 Nachhaltigkeitslabels und 100 grüne Energielabels. Diese Labels haben alle unterschiedliche Bedeutungen und verschiedene Grade an Transparenz. Manche konzentrieren sich auf Rohstoffe, andere auf Arbeitsbedingungen oder Energieverbrauch.

Fallstricke bei der Wahl von „natürlichen" oder „nachhaltigen" Produkten
Wörter wie „natürlich" fühlen sich sicher an. Das ist verständlich: Wir verbinden sie mit der Natur und einer guten Wahl für die Erde. In der Praxis ist der Begriff in vielen Produktkategorien jedoch nicht geschützt. Ein Produkt kann größtenteils aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen und trotzdem einige synthetische Zusätze enthalten. Obwohl dies nachweisbar sein muss, bleibt noch immer Raum für Unklarheiten.
Ein weiteres Beispiel ist „nachhaltig". Ein Produkt darf als „nachhaltig" bezeichnet werden, wenn es nachweislich weniger Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt hat. Die Aussage muss zudem spezifisch und überprüfbar sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Produkt einen positiven Nettoeffekt auf die Umwelt hat oder CO₂-neutral ist: Solange eine Verbesserung vorliegt, darf bereits von „nachhaltig" gesprochen werden.
Wie erkennst du echte Nachhaltigkeit?
Es gibt auch gute Nachrichten: Als Verbraucherin oder Verbraucher kannst du auf klare Signale achten, wenn du bewusster einkaufen möchtest. Hier sind 3 praktische Orientierungspunkte:
Achte auf anerkannte Zertifikate
Echte Nachhaltigkeit wird von unabhängigen Stellen überprüft. Beispiele sind:
- EU Ecolabel. Ein europäisches Gütezeichen für umweltfreundliche Produkte.
- COSMOS Organic/Natural. Ein strenger Standard für natürliche Kosmetik.
- Ecocert. Prüft Inhaltsstoffe, Produktion und Herkunft.
- Fairtrade. Auf fairen Handel ausgerichtet, häufig auch mit Umweltstandards.
Ein echtes Zertifikat lässt sich immer überprüfen. Ein Logo ohne Erklärung sagt wenig aus. Weitere Informationen zu Öko-Labels, die für Produkte bei Grace is Green relevant sind, findest du hier.
Schau auf die Inhaltsstoffliste
Die Inhaltsstoffliste verrät oft mehr als die Verpackung. Geh lange Listen mit unspezifischen oder unklaren synthetischen Bezeichnungen durch. Auch „Parfum" oder „Fragrance" ohne weitere Erläuterung ist oft ein Warnsignal.
Achte auf Transparenz
Wirklich nachhaltige Marken sind offen darüber, was sie tun – und was noch besser werden kann. Sie haben eine Geschichte: nicht nur über sich selbst, sondern auch über ihre Inhaltsstoffe, Produkte und Ziele. Nehmen wir Sol de Ibiza: eine Sonnenschutzmarke, die aus den Sorgen des Gründers Alessandro um die Wasserqualität seiner Heimatinsel entstanden ist. Das ist eine Marke mit einer ehrlichen, klaren und transparenten Geschichte.

Entscheide, was dir wichtig ist
Es ist nicht nur wichtig zu prüfen, ob Labels zuverlässig sind – sondern auch, was sie für dich bedeuten. Verschiedene Labels decken verschiedene Bereiche ab: Manche beziehen sich auf CO₂-Emissionen oder nachhaltige Produktion, andere garantieren, dass die Zusammensetzung eines Produkts für empfindliche Haut geeignet ist.
Eine bewusste Entscheidung beginnt daher nicht nur damit, Labels zu erkennen, sondern auch damit, zu wissen, was dir persönlich wichtig ist. So wird nachhaltiges Einkaufen nicht nur einfacher, sondern auch persönlicher und vertrauter.
So gehen wir bei Grace is Green mit Öko-Labels um
Bei Grace is Green glauben wir an transparente Nachhaltigkeit. Bevor wir mit einer Marke zusammenarbeiten, schauen wir uns ihre Werte, Produktion und Geschichte genau an. So versuchen wir, mit dem Wirrwarr an Öko-Labels und Marketingbegriffen bewusst umzugehen.
Wir vertrauen auf fundierte, bekannte Gütesiegel – sei es im Bereich Nachhaltigkeit wie Ecocert, oder auch Labels, die auf andere Weise zu einer besseren Welt beitragen, wie AllergyCertified (hilft dabei, Hautallergien zu vermeiden) und Vegan Action (garantiert die Abwesenheit tierischer Inhaltsstoffe und Nebenprodukte).
Das Durcheinander an Öko-Labels und Begriffen wie „natürlich" und „nachhaltig" macht es manchmal schwer, Fakten von Mythen zu unterscheiden. Zertifikate, Inhaltsstoffe und Transparenz können dabei helfen. Die Geschichten hinter den Produkten und Marken von Grace is Green geben einen schönen Einblick. Schau doch mal in unser zertifiziertes Sortiment.

Quellen: ISO 14021:2016; Europäische Kommission, „Green Claims"; ecolabelindex.com; BEUC; Europäische Kommission, „EU Ecolabel".









